Die Kosten eines Fernstudiums und Finanzierungsmöglichkeiten

Genau wie ein traditionelles Studium ist auch ein Fernstudium mit Kosten verbunden. Wie hoch die Kosten eines Fernstudiums sind, hängt von der Fernschule, dem Studiengang, der Studiendauer und weiteren Faktoren ab. Allgemein sind die Studiengebühren an staatlichen Fernhochschulen deutlich niedriger als die an privaten Fernschulen. So kann man für ein Bachelor-Studium an der Fernuniversität Hagen mit Gesamtkosten zwischen 1.800 und 2.500 Euro rechnen. An privaten Fernhochschulen sind Gebühren von mehr als 10.000 Euro keine Seltenheit.

Berechnung von Studiengebühren im Fernstudium

Den Großteil der Kosten eines Fernstudiums bilden die Kursgebühren. Hier gibt es unterschiedliche Berechnungsmodelle. Die Fernuni Hagen erhebt zum Beispiel Gebühren von 20 Euro je Semesterwochenstunde zuzüglich eines Studierendenschaftsbeitrag von 11 Euro pro Semester. Bei 10 Semesterwochenstunden (SWS) betragen die Semestergebühren demnach 211 Euro (10 x 20 Euro + 11 Euro). (Quelle: Fernuni Hagen, Stand: 20.01.2016)

Das andere Modell, welches von vielen privaten Fernuniversitäten genutzt wird, basiert auf pauschalen Gebühren pro Monat. Die Höhe der monatlichen Kosten ist abhängig vom Studiengang und –abschluss sowie von der Studiendauer. Außerdem wirkt es sich auf die Gebühren aus, ob das Studium nur im Fernstudium absolviert wird oder ob zusätzlich Präsenzseminare besucht werden. Alternativ können die Gebühren auch pro Semester erhoben werden.

Je nach Studiendauer kostet ein Semester Bachelor-Online-Studium an der IUBH zwischen 160 Euro (72 Monate) und 302 Euro (36 Monate) pro Monat. Inklusive der einmaligen Graduierungsgebühr ergeben sich Gesamtkosten von 11.520 bzw. 10.870 Euro. (Quelle: IUBH, Stand: 20.01.2016)

Man muss aber nicht nur auf die reine Höhe der Studiengebühren achten, auch wenn diese den Löwenanteil der Kosten von einem Fernstudium ausmachen. Ein weiterer Aspekt sind mögliche Kosten im Rahmen von Praktika oder Präsenzterminen (Fahrtkosten, Unterbringung, Verpflegung etc.).

Ein weiterer wichtiger Kostenpunkt ist das Lernmaterial. Nicht jede Fernschule stellt ausreichend Literatur zur Verfügung. Ein Teil der privaten Fernschulen versorgt die Studenten mit der benötigten Fachliteratur. Alle Lehrmaterialien darüber hinaus müssen privat besorgt werden, entweder durch Kauf oder Fernleihe.

Wird keine Literatur zur Verfügung gestellt, muss man entsprechend mit recht hohen Kosten für Fachbücher und –zeitschriften rechnen. Besonders in Studiengängen der Rechtswissenschaften ist es wichtig, immer die aktuelle Ausgabe der Standardwerke zu benutzen. Die Wahrscheinlichkeit, eine aktuelle Ausgabe günstig auf dem Gebrauchtmarkt zu bekommen, ist durchaus gering.

Nicht jeder ist in der Lage, diese Kosten aus der Tasche einfach so zu bezahlen. Je nach Studiengang können mehrere tausend Euro zusammenkommen, die die Fernuniversität abrechnet. Selbst Menschen, die einen festen Job und ein regelmäßiges Einkommen haben, können hier an ihre finanziellen Grenzen stoßen. Das bedeutet aber nicht, dass man das Vorhaben, sich weiter- oder fortzubilden, aufgeben sollte. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten ein Fernstudium zu finanzieren.

An den Kosten sollte der Gedanke der Fortbildung nicht scheitern

Ein Fernstudium sollte man nicht als kostenverursachende Aktion sehen, sondern eher als eine Investition in die Zukunft. Diese Investition kann sich schnell bezahlt machen und auch ein berufliches Sprungbrett sein. Die Karrierechancen werden dadurch verbessert und bei der Jobsuche kommt man nach einer Weiterbildung oft schneller zum Ziel.

Die Kosten, die ein Fernstudium verursacht, sind je nach Kurs oder Studiengang, nach der Länge der Studienzeit und natürlich der Studieneinrichtung unterschiedlich hoch. Die Bezahlung der Studiengebühren wird meist monatlich vereinbart, um es den Studierenden leichter zu machen, sich für ein solches Studium zu entscheiden. Die monatlichen Zahlungen ermöglichen eine übersichtliche und langfristige Finanzplanung für die Studienzeit.

Damit niemand auf seine Weiterbildung verzichten muss, gibt es in Deutschland verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten. Neben der Eigenfinanzierung sind oft auch die Arbeitgeber bereit, die Kosten zu tragen oder sich anteilsmäßig zu beteiligen. Häufig gibt es Phasen von Angeboten bei den Fernunis, die prozentuale Ermäßigungen versprechen.

Wer seinen Arbeitgeber überzeugen möchte, dass die Kosten für ein Fernstudium gut angelegt sind, der sollte vor dem Gespräch die besten Argumente zusammenfassen, um den Chef auf seine Seite zu ziehen. Rabatte und Ermäßigungen gibt es oft, wenn man schon einmal einen Kurs belegt hatte, oftmals aber auch für Arbeitslose, Studenten oder Behinderte.

Finanzierungsmöglichkeiten: BAföG & Studienkredit

Wie bei einem normalen akademischen Studium kann auch für einen Fernstudiengang BAföG in Anspruch genommen werden, wenn die Fernuniversität staatlich zugelassen ist. Der halbe Anteil der Förderung wird dabei als Zuschuss ausgezahlt und eine weitere Hälfte als Darlehen gewährt, das nach Beendigung des Studiums wieder zurückgezahlt werden muss. Voraussetzung allerdings ist, dass es sich bei dem Studium um ein Vollstudium handelt. Dabei gelten die üblichen BAföG Vorgaben.

Eine weitere Möglichkeit ist das Schüler-BAföG. Dieses wird unter bestimmten Voraussetzungen gewährt. Es kommt dann zum Einsatz, wenn ein Abitur oder anderer Abschluss im Fernlehrgang, der zu einer staatlichen Externenprüfung führt, wie zum Beispiel der Abschluss der Realschule oder die Fachhochschulreife, absolviert wird. Hier hat der Studierende den Vorteil, dass der Zuschuss zu 100 Prozent gewährt wird und nicht zurückbezahlt werden muss.

Eine weitere Art der Finanzierung ist das Meister-BAföG. Es kann für Meisterkurse oder Fortbildungsmaßnahmen, die wie Meisterkurse gewertet sind, beantragt werden. Handwerker oder Fachkräfte, die eine Meister- oder Technikerprüfung im Fernunterricht anstreben oder auch Fachkaufleute oder Betriebswirte können in den Genuss dieser Förderung kommen. Auch hier gibt es allerdings verschiedene Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen. Der Zuschuss beträgt bis zu 45 Prozent der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren.

Zuletzt bieten auch Banken häufig Studienkredite an. Deshalb ist es von Vorteil, sich vor einem Fernstudium bei den verschiedenen Institutionen genau zu informieren, welche Möglichkeiten der Finanzierung bestehen und welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen.

Weiterführende Links:

BAföG Antrag beim Bundesministerium Bildung und Forschung

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