Wie läuft ein Fernstudium ab, wie funktioniert das?

Das Fernstudium wird in Deutschland immer beliebter und die Ergebnisse zeigen, dass diese Art der Weiterbildung auch gut funktioniert. Viele Menschen bevorzugen diese Form des Studiums deshalb, weil sie dabei ihren sicheren Arbeitsplatz nicht aufgeben müssen. Bei einem Fernstudium muss man sich nicht zwischen Studium und Beruf entscheiden, denn man studiert ganz einfach neben dem Beruf.

Das bietet den großen Vorteil, dass man weiterhin in seinem Job arbeiten kann, auch wenn das mit dem Studium doch nicht funktionieren sollte. Diese Tatsache ist ungemein beruhigend, denn damit sind Zukunftsängste, die den Lernenden behindern könnten, passé.

In einem Fernstudium kann man seine Zeit frei einteilen und dann lernen, wann man möchte bzw. die Zeit dafür hat. Feste Kurszeiten oder Anwesenheitspflichten gibt es im Fernstudium nicht. Man sollte nur darauf achten, die erforderlichen Leistungen innerhalb des jeweils zugewiesenen Zeitraums zu erbringen. Doch wie funktioniert ein Fernstudium eigentlich genau?

Der Aufbau des Fernstudiums

Die Möglichkeit des Fernstudiums gibt es in Deutschland schon seit vielen Jahren. Bekannteste Anbieter sind hier SGD und ILS. Qualitativ stehen Fernstudiengängen ihren äquivalenten Kursen im Präsenzstudium in nichts nach. Damit ein Studienabschluss staatlich anerkannt wird, müssen Studieninhalte und Lehrkörper bestimmte Bedingungen erfüllen. Diese Bedingungen sind für beide Studienarten, Präsenzstudium und Fernstudium, gleich.

Die Prüfer und Lektoren der Fernschulen sind für ihre Aufgabe gut vorbereitet. Stellt man den Vergleich zu den normalen Universitäten her, ist unschwer zu erkennen, dass der Ablauf und auch der Abschluss sehr ähnlich sind. Beide Bildungswege erfordern dasselbe Wissen, Lehrer betreuen die Studierenden und kontrollieren deren Lernerfolge.

Selbstverständlich verläuft ein Fernstudium anders als ein Präsenzstudium. Während die Lerninhalte und Kursabfolgen quasi gleich sind, betritt man im Fernstudium nur äußerst selten ein Hochschulgebäude. Das wirkt sich natürlich auf den Ablauf des Studiums aus.

Anmeldung zum Fernstudium

Vor dem Beginn des Studiums erfolgt die Immatrikulation. Bevor diese durchgeführt werden kann, vergleicht man die Konditionen des gewünschten Studienganges bei den unterschiedlichen Fernschulen, denn es gibt durchaus größere Unterschiede bezüglich der Zulassungsvoraussetzungen, Studiengebühren etc.

Dazu fordert man die üblicherweise kostenlosen Infomaterialien an. Diese enthalten sämtliche Informationen, die für den Studieninteressenten relevant sind. Auch das Immatrikulationsverfahren wird in den Unterlagen beschrieben. Für gewöhnlich kann man sich innerhalb eines bestimmten Zeitfensters einfach online einschreiben.

Nach der Prüfung der angegebenen Daten bekommt man den Studienvertrag entweder per Post oder zum Ausdrucken via Email zugesandt. Zu diesem Zeitpunkt ist noch keine Immatrikulation erfolgt. Die finale Einschreibung erfolgt erst, wenn der Studienvertrag gemeinsam mit den weiteren benötigten Dokumenten unterschrieben an die Hochschule zurückgeschickt und dort erfolgreich geprüft wurde.

Wer es sich doch noch anders überlegt, kann innerhalb der von der jeweiligen Hochschule genannten Fristen vom Vertrag zurücktreten. Viele Fernunis bieten ein sogenanntes Probestudium an. Das bedeutet, dass man mehrere Wochen in das Studium reinschnuppern kann. Während dieser Zeit kann man ebenfalls problemlos vom Studienvertrag zurücktreten.

Der Ablauf des Fernstudiums

Grundlegend unterscheidet sich das Fernstudium nicht vom Präsenzstudium, es ist genauso in Semester mit verschiedenen Kursen, Aufgaben und Prüfungen unterteilt. Die Unterlagen bekommt man zu Anfang des Semesters per Post zugeschickt. Alternativ stellen viele Fernhochschulen die Lehrmaterialien auch online bereit.

In diesem Fall kann der Studierende selbst entscheiden, welche Option er nutzt. Viele Studierende bevorzugen Bücher, andere wiederum lernen lieber am Computer, auf dem sie alle nötigen Informationen jederzeit und überall griffbereit haben.

Die Aufgaben werden nun nach und nach durchgearbeitet, wobei der Lernende seine Zeit selbst einteilen kann und die Geschwindigkeit, mit denen er die entsprechenden Lektionen durcharbeitet, selbst bestimmt. Das ist der Vorteil beim Fernstudium.

Es gibt keine Verzögerungen durch andere Mitstudierende, jeder bestimmt sein Tempo selbst. Ist die Lerneinheit durchgearbeitet, wird ein Test dazu durchgeführt und an den Lektor geschickt. Damit überprüft dieser zum einen, ob die Einheiten auch wirklich durchgearbeitet wurden und zum anderen, dass der Lernstoff verstanden wurde.

Der Lektor überprüft und korrigiert die eingesandten Lernergebnisse und gibt sie dem Studierenden wieder zurück. Somit ist dieser in der Lage, Schwächen zu erkennen und bestimmte Einheiten nochmals genauer durchzuarbeiten. Während des gesamten Fernstudiums hat man natürlich immer die Möglichkeit, sich an die betreuenden Lehrkörper und Tutoren zu wenden. Auch wenn das Studium im Alleingang quasi privat stattfindet, ist man als Studierender an einer Fernhochschule nicht auf sich allein gestellt, sondern kann sich bei Fragen und Problemen an die Mitarbeiter der Hochschule wenden.

Je nach Fernuni und Studiengang kann es sein, dass Kurse mit einer Prüfung abgeschlossen werden, bei der man präsent sein muss. Solche Prüfungen finden in den Räumlichkeiten der Hochschule oder einer kooperierenden Universität bzw. (Fach-)Hochschule statt.

Hat man alle erforderlichen Tests und Kurse bestanden, neigt sich das Studium dem Ende zu. Die genaue Prozedur des Studienabschlusses ist natürlich nicht in jedem Studiengang an jeder Fernhochschule gleich. In der Regel wird die Abschlussprüfung jedoch wie zuvor beschrieben als Präsenzprüfung abgelegt.

Die Vorteile des Fernstudiums erkennt man in diesem Ablauf leicht. Dem Studierenden ist eine maximale Flexibilität möglich. Er kann nachts oder tagsüber lernen und er kann die Geschwindigkeit und den Umfang seiner Lerneinheiten pro Tag selbst bestimmen. Dabei ist es ganz egal, wo er sich gerade aufhält. All das funktioniert aber nur dann, wenn der Lernende bereit ist, absolute Disziplin einzusetzen.

Das Fernstudium bietet beste Karrieremöglichkeiten

Wer nicht das Durchhaltevermögen und die Selbstdisziplin mitbringt, um sich konstant selbst zum Lernen zu motivieren, hat hinsichtlich eines erfolgreichen Fernstudiums eher schlechte Karten. Das haben mittlerweile auch die Personalabteilungen vieler großer und kleiner Unternehmen begriffen. Im Januar 2007 ließ die Euro-FH eine repräsentative forsa-Studie durchführen.

Darin wurden 300 Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen mit mehr als 150 Mitarbeitern befragt. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass 80 Prozent der Befragten Personalchefs einen Studienabschluss einer Fernhochschule für gleich- oder sogar höherwertiger hielten als einen Abschluss eines Präsenzstudiums.

Der Grund dafür ist die bereits erwähnte Selbstdisziplin und Motivation, die Absolventen eines Fernstudiums beweisen müssen. Personalchefs erkennen allein anhand der Tatsache, ein Fernstudium erfolgreich abgeschlossen zu haben, dass der potenzielle Mitarbeiter sehr gute Organisationsfähigkeit, Flexibilität, Selbstständigkeit und Zielstrebigkeit mitbringt.

Viele Berufstätige sehen im Fernstudium ihre einzige Chance, sich neben der Arbeit fortzubilden und ihre Qualifikation und damit die beruflichen Möglichkeiten auszubauen. Dabei dürfen aber auch nicht die finanziellen Mittel außer Acht gelassen werden. Sinnvoll ist es, sich frühzeitig über Finanzierungen oder staatliche Unterstützungen im Bereich Fernstudium zu informieren.

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